Löwenzahn bringt Litauens Gemüse voran

In Litauen zeigten biologisch-dynamische Forschungen mit Kürbis und Kartoffeln eindrückliche Ergebnisse. Ausgelöst durch Schweizer Löwenzahnfelder. Erforscht und belegt von litauischen Wissenschaftlerinnen.

1990 öffnete sich für Litauen das Fenster nach Westen, so auch für die litauischen Wissenschaftler. Die Agronomin Prof. Honorata Danilčenko weilte Ende der 1990er Jahre in der Schweiz. Auf einem ihrer Ausflüge sah sie auf einem Hügel eine Wiese mit vielen Blumen, insbesondere Löwenzahn, und gleich daneben eine Wiese mit ausschliesslich grünem Gras.

In der Schweiz entdeckt, in Litauen erforscht

Auf ihre Frage nach dem Grund für diesen grossen Unterschied erfuhr sie, dass die blumenreiche Wiese einem biodynamischen Bauern gehörte. Sie lernte, dass die Löwenzahnblüten Bestandteil eines der biodynamischen Präparate sind. Sie wollte die ihr unbekannten biodynamischen Präparate auch in Litauen ausprobieren, nicht als Bäuerin, sondern als Wissenschaftlerin.

Sie lud ihre Doktorandin Edita Juknevičienė sowie Prof. Elvyra Jarienė und deren Doktorandin Nijolė Vaitkevičienė zu einer gemeinsamen Forschungsarbeit ein. Die Versuche wurden von 2012 bis 2015 mit den in Litauen wichtigen Gemüsen Kürbis und Kartoffeln gemacht. Analysiert wurden der Boden, die Pflanzen und die Früchte.

Hornmist und Hornkiesel haben’s gebracht

Zuerst wurde der Boden für die Aussaat vorbereitet, dann Bodenproben entnommen und schliesslich das biodynamische Spritzpräparat Hornmist ausgebracht. Zwei Wochen später, direkt vor der Aussaat, wurden erneut Bodenproben gezogen. Die Bodenanalysen zeigten eine deutlich verbesserte Bodenaktivität: Phosphor lag um ca. 14 %, Stickstoff um 13 % und Kali um ca. 5 % höher. Diese signifikanten Bodenverbesserungen fanden innerhalb von nur zwei Wochen nach Anwendung des biodynamischen Präparates statt. Dieses scheint Signalmoleküle zu enthalten, auf welche die Bodenbakterien sofort reagieren.

Wärmere Böden, grössere Wurzeln

Weiter wurde festgestellt, dass die Bodentemperatur vom 56. bis zum 70. Vegetationstag um 0,56 °C höher war als bei der Kontrollgruppe. Schon 1988 hatte der deutsche Forscher Dr. U. J. König festgestellt, dass das biodynamische Hornmistpräparat stimulierend auf die Bodenatmung wirkt. Zudem wurde über die gesamte Vegetationsperiode eine signifikante Steigerung der Enzymaktivitäten von Urease (Stickstoffenzym) und Sacharase (Zuckerenzym) gemessen. Das Wurzelvolumen der biodynamischen Kürbisse war 1,47 Mal grösser als dasjenige der Kontrolle. Die Erntemenge lag bei allen drei Kürbissorten sowie den Kartoffeln um ca. 15 % höher.

Rundum positiv

Die Wissenschaftlerinnen wollten auch wissen, ob die biodynamischen Präparate den Gehalt der sekundären Pflanzeninhaltsstoffe – ein wichtiger Parameter für die Lebensmittelqualität – steigern. Die Anwendung der beiden biodynamischen Präparate Hornmist und Hornkiesel führte zu einer signifikanten Steigerung der Gehalte von 13 % bis 109 % gegenüber der Kontrollgruppe.

Wie in vielen anderen Versuchen haben auch die litauischen Forscherinnen festgestellt, dass sich Aussehen, Geschmack, Geruch und Struktur der Kürbisse und Kartoffeln durch das biodynamische Hornkieselpräparat verbessern. Diese Forschung hat gezeigt, dass durch die Anwendung biologisch-dynamischer Präparate die Bodenqualität verbessert, die Aktivität der Bodenenzyme gesteigert und der Nährwert der landwirtschaftlichen Produkte erhöht werden kann.

Dr. Edita Juknevičienė
Aleksandras-Stulginskis-Universität Litauen

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