Aktuelles - November 2009

Getreidezüchter Peter Kunz (links im Bild): Pionier mit Charisma und Erfolg.

Pionierleistung für das Brot von morgen

Die Getreidezüchtung Peter Kunz in Hombrechtikon arbeitet seit 25 Jahren an Weizen- und Dinkelsorten, die für die biologische Landwirtschaft besonders geeignet sind.

Es war einmal ein junger Agronom mit hohen Idealen, der sich zum Ziel setzte, Dinkel- und Weizensorten zu züchten, die den Bedingungen des biologischen Anbaus bestens entsprechen. Er nahm 1984 erste Kreuzungen von Dinkel und Weizen vor, was das Fundament für seine erste Dinkelsorte «Alkor» wie auch für sein heutiges Unternehmen mit einem Dutzend Mitarbeitenden schaffen sollte.

Dranbleiben gewinnt
In den ersten Jahren wurde das Saatgut der neuen Sorte unter biologisch-dynamischen Betrieben unter der Hand ausgetauscht, denn man bewegte sich in einem sehr streng reglementierten Markt. Der Aufbau einer eigenen, privaten Sortenzüchtung galt zu dieser Zeit als utopisch, war doch die gesamte Getreidezüchtung damals fest in staatlichen Händen.

Peter Kunz und seine Mitkämpfer verfolgten diese Arbeit dennoch kontinuierlich weiter und liessen sich auch von bitteren Rückschlägen wie etwa der Zerstörung des Samenlagers durch einen Wasserschaden nicht entmutigen. 1996 erfolgte dann endlich die offizielle Anmeldung von «Alkor» zur Sortenprüfung und im Jahr 2000 die Zulassung der Sorte.

Die Züchtung von Getreidesorten, die sich speziell für den biologischen Anbau eignen und durch eine hohe agronomische wie auch backtechnische und ernährungsphysiologische Qualität überzeugen, entspricht einem grossen Bedürfnis. Unterdessen sind in der Schweiz und in Deutschland 16 Weizen- und Dinkelsorten aus der Züchtung von Peter Kunz auf den offiziellen Sortenlisten und aus dem Biolandbau nicht mehr wegzudenken.

Zum Jubiläum den Erfolg festigen
Die Getreidezüchtung Peter Kunz feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Sie wurde über die Jahre getragen von Privatpersonen und Stiftungen, die ihren Zweck unterstützen; heute sind es rund ein Dutzend Organisationen und 250 Privatpersonen, welche die Arbeit finanzieren.

Weitere Informationen:
www.peter-kunz.ch

 

Isidor Steinemann, mutig und aktiv.

Isidor GEN Bärn

Die gentechfreie Schweizer Landwirtschaft erhielt in der ersten Juliwoche tatkräftige Unterstützung von Isidor Steinemann aus Arlesheim BL. Aus eigenem Antrieb sammelte der 11-jährige Rudolf Steiner Schüler über 700 Unterschriften für eine natürliche, gentechfreie Landwirtschaft. Die Petition wollte er der Adressatin, Bundesrätin Doris Leuthard, jedoch nicht per Post zuschicken, sondern er brachte sie zu Fuss von Basel nach Bern.

Mit dieser Idee, die Isidor im Frühling 2008 nach seiner Teilnahme an der Aktion «Zukunft säen!» hatte, löste er in seinem Umfeld viel Bewegung aus. Seine Mutter musste letzten Sommer den ganzen Weg vorgängig mit ihm rekognoszieren und Übernachtungsmöglichkeiten auf Bauernhöfen suchen.

Seine Eltern halfen, dass das Unternehmen gelingen konnte. Einige von Isidors Freunden kamen auch mit, und sie nahmen ihre Eltern und deren Freunde mit. Auf dem Marsch, der am Sonntag, 28. Juni, in Basel begann, nahmen letztlich zwischen 30 und 40 Menschen teil. «GEN Bärn» nannte sich die Aktion sinnigerweise.

Da die Volkswirtschaftsdirektorin Leuthard am Samstag, 4. Juli, abwesend war und die Unterschriften nicht persönlich entgegennehmen konnte, überreichte Isidor die Petition auf der Bundesterrasse der Baselbieter Nationalrätin Maya Graf, die sie an die Bundesrätin weitergereicht hat. 

Tags darauf wurde Isidor an der Hauptversammlung des Vereins für biodynamische Landwirtschaft geehrt mit einer Gratismitgliedschaft bis zu seinem 25. Altersjahr.

Alfred Schädeli

Spenden

Landwirtschaft fördert die Therapiewirkung.

Seit drei Jahren mache ich die Fachausbildung für biologisch-dynamische Landwirtschaft. Ich arbeite auch mit Menschen mit Behinderungen. 

Melchior Pfeil, Fachstudent

Ich habe gelernt, dass die Landwirtschaft ein wichtiger Teil der Therapie ist, denn sie gibt «Boden unter die Füsse». Später möchte ich als Arbeitstherapeut in der biologisch-dynamischen Landwirtschaft arbeiten

 

Vitalitätsschub bei Vollmond

Apfelkerne direkt vor Vollmond zu sähen, macht Bäume vitaler.

Viele heutige Tafelapfelsorten können ohne direkten Pflanzenschutz kaum angebaut werden. Häufig werden sie so stark von Krankheiten wie Schorf und Mehltau befallen, dass die Äpfel eine schlechte Qualität aufweisen und sogar die Bäume Schaden nehmen. Niklaus Bolliger von der Poma Culta Apfelzüchtung arbeitet an speziellen biologisch-dynamischen Züchtungsmassnahmen, um die Bäume nachhaltig zu stärken und zu gesunden. So konnte durch die Aussaat von Apfelkernen in der Zeit vor Vollmond eine deutliche Vitalitätssteigerung beobachtet werden. Auch regelmässige Behandlung mit Heileurythmie während ein paar Wochen nach der Aussaat zeigte deutlich positive Auswirkungen. Diese Versuche stehen zwar noch am Anfang, die ersten Resultate ermutigen aber, diesen Weg weiterzuverfolgen.

Niklaus Bolliger: Mit sanften Methoden die Pflanzen nachhaltig stärken.