Aktuelles - November 2009

Schulräume dank dem «Schaffhauser Modell».

Wie die Rudolf Steiner Pädagogik zu einer Zukunft kam

Die Stiftung zur Förderung der Rudolf Steiner Pädagogik in der Schweiz feiert Jubiläum. Sie kann auf 20 Jahre unermüdliches Wirken zurückblicken.

In den 20 Jahren ihres Bestehens hat die «Stiftung zur Förderung der Rudolf Steiner Pädagogik in der Schweiz» entscheidend und erfolgreich zur Entschuldung von Rudolf Steiner Schulen beigetragen.

Erfolgreiche Entwicklung, grosse Belastung
Bei jeder der heute 31 Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz kommen die Eltern für den laufenden Schulbetrieb selber auf. Die Schulen verfügen deshalb nur über enge finanzielle Mittel. Die Bereitstellung der Schulhäuser war und ist eine besondere finanzielle Herausforderung: die Belastung durch die Darlehens- und Hypothekarzinsen bereiteten oft grosse Sorgen. Eine Amortisation der Schulden für die Schulhäuser war kaum mehr möglich.

Das Schaffhauser Modell macht Schule
Um den Schulen in dieser Situation zu helfen, sprang der Gründer der Stiftung mit einer genialen Idee und einer grossherzigen Tat ein: Er schenkte der 1989 gegründeten Stiftung Kapital, das an die Schulen in Tranchen als zinsfreie Darlehen abgegeben wurde. Die Stiftung verzichtete auf Zinsen, verlangte jedoch eine regelmässige Rückzahlung in kleinen monatlichen Raten auf einer Jahresbasis von 4 bis 6 Prozent der Darlehen, was für die Schulen verkraftbar war.

Dank dieser nachhaltigen Entschuldungsmethode, genannt das «Schaffhauser Modell», wurden in den letzten 20 Jahren die Schulden stetig abbezahlt und somit die Schweizer Rudolf Steiner Schulen mit insgesamt 10 Mio. Franken entschuldet.

Wie die Stiftung, so die Schulklassen: aktiv und zuversichtlich.

Aktiv die Schulbewegung fördern
Die Stiftung sorgte mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung für verschiedene überzeugende Auftritte der Schulen in der Schweizer Öffentlichkeit. Sie unterstützte den Aufbau einer Altersvorsorge für Lehrer, fördert die Lehrer-Weiterbildung mit vielfältigen Projekten und stützt die Qualitätssicherung. Sie ermöglicht finanziell die eigenverantwortliche Zusammenarbeit der Schulen in der «Arbeitsgemeinschaft der Rudolf Steiner Schulen in der Schweiz und Liechtenstein», geleitet durch die Koordinationsstelle (s. Kasten). Der Stiftung verdanken die Schulen auch die Schaffung einer jährlichen Statistik. Diese dient als Instrument, um die Entwicklung abzulesen und sich real vergleichen zu können.

Die Weiterentwicklung der Rudolf Steiner Pädagogik und dieser gesamten Schulbewegung von der Kleinkindbetreuung bis zur Oberstufe und neu bis zum Maturitätsabschluss liegt der Stiftung am Herzen. Ihr ideell und finanziell auf uneigen-nützige Weise zu dienen, ist und bleibt ihr zentrales Anliegen.

Ursula Piffaretti, Präsidentin des Stiftungsrates

 

Gemeinsame Ausbilderkonferenzen festigen die Zusammenarbeit.

Ausbildung

In der Schweiz können angehende Lehrkräfte der Rudolf Steiner Schulen an eigens für sie eingerichteten Lehrerbildungsstätten ihre Ausbildung absolvieren. Diese befinden sich in Dornach, Bern und Lausanne. Es besteht eine kontinuierliche Zusammenarbeit durch gemeinsame Ausbilderkonferenzen, an denen die Ausbildungskonzepte und auch Abschlussfragen abgesprochen werden. Auf der Grundlage einer langen und erfolgreichen Tradition suchen die Verantwortlichen immer wieder neu, die aktuellen Entwicklungen unserer Zeit zu verbinden mit einem fundierten pädagogischen Studium der anthroposophisch orientierten Menschenkunde: Pädagogik verstehen vom Kinde aus. Die dazugehörige Praxisforschung hilft, den «Unterricht immer wieder neu zu erfinden».

Weitere Informationen siehe
www.paedagogik-akademie.ch
www.befap.ch
www.fpas.ch 

Donare

Die Koordinationsstelle der Rudolf Steiner Schulen

Sie koordiniert die Anliegen und Bedürfnisse der Rudolf Steiner Schulen, fördert die Kommunikation der Schulen mit der Öffentlichkeit und vernetzt die schweizerische Bewegung mit internationalen Gremien.

Die Rudolf Steiner Schulen sind freie Schulen mit besonderem pädagogischem Profil. Dies in gemeinsamen Projekten weiterzuentwickeln, ist Ziel der Koordinationsstelle und der «Stiftung zur Förderung der Rudolf Steiner Pädagogik in der Schweiz».

Koordinationsstelle
Carmenstrasse 49
8032 Zürich
Tel. 044 262 25 01
Fax 044 262 25 02 
koordina(at)sunrise.ch
www.steinerschule.ch

Atelierschule Zürich – reif für die Maturitätsanerkennung 

Die Atelierschule Zürich erhielt im Juli 2009 die eidgenössische Maturitätsanerkennung für ihren vierjährigen Bildungsgang Maturität, dies im Anschluss an die kantonale Anerkennung. Sie ist eine gemeinsame Mittelschule der beiden Rudolf Steiner Schulen Sihlau und Zürich und die erste schweizerische Rudolf Steiner Schule, die einen schuleigenen Bildungsgang bis zur Maturität aufgebaut hat.

Im ersten Jahrgang 2008 hatten 20 Schülerinnen und Schüler der 13. Klasse die Maturität erfolgreich bestanden, im Jahr 2009 waren es 26 Jugendliche. Besonderheit des Schulkonzepts ist der praxis- und projektbezogene Atelierunterricht in den Schwerpunktfächern Biologie und Chemie, Bildnerisches Gestalten sowie Musik, der übergreifend für alle Schüler in den Bildungsgängen Maturität und IMS (Integrative Mittelschule) angeboten wird.