Das Herz der biodynamischen Landwirtschaft

Die biodynamischen Präparate sind das Herz der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Allein schon ihre Herstellung ist ein verbindender Prozess, der geprägt ist von Sorgfalt und Achtsamkeit. Andreas Würsch gibt Einblicke.

Andreas Würsch ist Landwirt und bewirtschaftet zusammen mit seine Frau Käthi seinen Ziegen- und Gemüsehof im Kanton Nidwalden seit 1993 biodynamisch. Nebst den Ziegen leben Kühe, Schweine, Hühner und andere Kleintiere auf dem Hof. Er erforscht seit vielen Jahren die Wirkung der biodynamischen Präparate. Mit ihrer Hilfe lenkt der Landwirt Wachstum und Reife der Produkte.

Gemeinschaftsarbeit. Andreas Würsch begrüsst die Gruppe zum Präparate-Treffen.

Die Präparatearbeitsgruppe

Gleich zu Beginn der Umstellung seines Hofes schloss sich Andreas der Präparate-Arbeitsgruppe seiner Region an. Sie besteht aus einem Kern von fünf Personen, welche jeweils im Herbst den so genannten «Präparate-Tag» organisieren. An diesem Tag werden die Präparate gemeinsam hergestellt. Eingeladen sind alle biodynamischen Bäuerinnen und Bauern der Region. Neueinsteiger in die biodynamische Landwirtschaft sind besonders willkommen. Die Gruppe trifft sich zudem zwei- oder dreimal im Winter, um ihre Kenntnisse zu speziellen Themen zu vertiefen und um Gedanken auszutauschen.

Andreas Würsch hat sich seit zwanzig Jahren umfassende Kenntnisse zu Herstellung, Lagerung und Anwendung der biodynamischen Präparate erworben und diese in der Praxis überprüft. Er möchte seinen Kollegen Impulse geben, die ihnen helfen, eine persönliche Beziehung zu diesen Präparaten zu entwickeln, sie besser zu verstehen und ihre Arbeit zu verbessern. Er weiss, wie schwierig es ist, nebst den vielen dringenden Arbeiten auf dem Hof die notwendigen Zeitfenster für die Präparatearbeit zu schaffen.

«Präparatearbeit ist Gemeinschafts­arbeit.»

Gewusst wie, damit es gelingt

Die zwei Spritz- und sechs Kompostpräparate gemeinsam auf einem Hof herzustellen, bietet den biodynamischen Bauern die Möglichkeit, sich zu begegnen, sich auszutauschen und als Gleichgesinnte ein wertvolles Gemeinschaftswerk zu schaffen. Während des Frühlings übernehmen viele Gruppenmitglieder Aufgaben und damit Verantwortung für alle Mitglieder, indem sie z. B. die Pflanzen für die Kompostpräparate sammeln und trocknen.

Die Kamille bauen Käthi und Andreas Würsch auf ihrem Hof an. Wenn sie blüht, sind die Gruppenmitglieder eingeladen, bei der Ernte mitzuhelfen. Die geernteten jungen, bereits vollständig geöffneten Blüten werden im Schatten getrocknet. Beim Löwenzahn gilt in der Gruppe die Abmachung, dass jeder Hof Löwenzahnblüten erntet. Sie zu trocknen und zu lagern ist besonders schwierig, da sie sehr lange feucht bleiben. Da sind alle Gruppenmitglieder gefordert. Eine Person der Gruppe erntet die Baldrianblüten Ende Juni und macht daraus den Extrakt. Ein Mitglied der Gruppe hat Kontakt zu einem Strahler und erhält von ihm Kristalle zweiter Klasse. Die Kristalle werden zerkleinert, bis sie zu einem feinen Pulver geworden sind.

Gemeinsam wird die Qualität der gesammelten Blüten besprochen. Das ist immer lehrreich und wertvoll. Ein grosser Teil der gemeinsam hergestellten biodynamischen Präparate wird auf dem Hof von Andreas zum Reifen in den Boden gelegt. Nach dem Herausnehmen im Frühling werden sie von ihm gelagert und gepflegt, bis die Bauersleute der Gruppe sie brauchen.

Mit Freude und in Ruhe arbeiten, ist entscheidend

Für ihn ist es sehr wichtig, dass die Arbeit mit den Präparaten in Ruhe und mit einem guten Gefühl gemacht werden kann. Die Art, wie die Menschen arbeiten, beeinflusst die Ergebnisse, davon ist er überzeugt. Die Freude an der Arbeit mit den Präparaten zeigt sich am Präparatetag im gemeinsamen Tun. Jeder fühlt sich ermutigt, die eigene Arbeit weiterzuentwickeln. Die aus den Gesprächen gewonnenen Erkenntnisse sind bereichernd und geben Anstoss für die Präparatearbeit auf dem eigenen Hof.

Andreas Würsch
Demeterbauer

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